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am 8. April

Elektroschrott – selbst gemacht?

Oliver Pranz - Im Jahr 2016 wurden weltweit ca. 44 Millionen Tonnen Elektroschrott „produziert“, das entspricht über 1.200.000 LWKs vollbeladen mit Elektroschrott. Und diese Menge wächst aktuell mit ca. 8%, deshalb werden es heuer wohl schon über 50 Millionen Tonnen sein.

Alleine in Österreich sind es ca. 9 kg pro Kopf oder 80.000 Tonnen jährlich, deshalb stellt sich natürlich die Frage, was kann man hier tun, wie kann hier gegengesteuert werden?
Ich denke, sehr viel können wir selbst dazu beitragen. Man muss sich ja nur mal umschauen, wie oft Geräte ausgewechselt werden, obwohl sie eigentlich noch funktionieren. Die neuen sind dann halt hübscher, schneller, mehr dem Zeitgeist entsprechend, aber brauchen wir sie wirklich?
Muss es wirklich ein 4k Fernseher sein, nur weil das Bild noch ein wenig brillanter ist, oder reicht das bisherige Full HD Gerät doch noch einige Jahre – als man es damals neu bekommen hat, war man ja auch von dessen Bildqualität begeistert? Muss es wirklich ein neues Handy sein, da in letzter Zeit öfter der Speicherplatz für die vielen Spiele und Programme ausgegangen ist, oder kann man doch auf einige davon verzichten?

Auch selbst kommt es mir so vor, als ob viele Geräte heute nicht mehr so lange halten, wie früher. Hier ist gefühlt an den immer wieder geführten Diskussionen um die geplante Obsoleszenz durchaus etwas dran = bewusster Einbau von Mängeln, damit möglichst bald nach Ablauf der Garantiezeit ein Defekt auftritt. Aber wir fördern das auch selbst, indem wir immer billiger und billiger kaufen wollen - irgendwo muss es ja eingespart werden.
Persönlich „träume“ ich in diesem Zusammenhang von einer EU-weiten 5-Jahres Garantie bei allen Geräten, wo dies technisch machbar ist. Das würde zwar die Preise deutlich erhöhen, aber es zwänge uns und die Hersteller der Produkte, mehr in Qualität zu investieren. Auf die gesamte Lebensdauer gesehen würde es vermutlich sogar billiger werden. Als Nebeneffekt wirkt man dem zunehmenden Trend entgegen, dass viele Geräte immer schwerer zu reparieren sind. Denn wenn der Hersteller selbst für die Reparatur aufkommen muss, wird er auch tunlichst darauf achten, dass dies einfach möglich ist.

Eine weitere Möglichkeit das Müllwachstum zu bremsen sehe ich im bewussten Kauf von Gebrauchtgeräten. Nützen sie die Möglichkeiten von willhaben, ebay, ….
Es erstaunt mich jedes Mal aufs Neue was hier alles zu finden ist. Entsprechend dem oben beschriebenen Trend bekommen sie hier viele Geräte in einem sehr guten Zustand. Das ersparte Geld können sie dann z. B. in den Kauf von Bio-Lebensmittel aus der Region investieren.


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